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Macht ein Antivirus Sinn?

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Antivirus oder nicht; Public Domain; openclipart.org
Antivirus oder nicht; Public Domain; openclipart.org

Jein. Es kommt ganz auf das Umfeld und die Person an, aber egal, ob es sinnvoll ist, ein Antivirus alleine schützt nicht.

Ich als IT-Expertin nutze kein Antivirus. Viel wichtiger ist es immer alle Updates sofort zu installieren. Ganz besonders trifft dies zu auf Ihr Betriebssystem, Webbrowser, E-Mail-Programm, Office-Programme und PDF Leser. Das sind nämlich diese Dinge, über die sich Angreifer oft zutritt verschaffen. Wenn Sie diese dinge nicht aktualisieren (updaten), und sich da eine Sicherheitslücke befindet, reicht es schon aus ein böswilliges E-Mail zu erhalten oder auf eine böswillige Webseite zu landen, und bereits ist man infiziert.

Bei schwerwiegenden Betriebssystem-Lücken reicht es teilweise einfach schon nur das WLAN einzuschalten oder den Netzwerkstecker einzustecken, um sich potenziell zu infizieren.

Es gilt also: Immer sofort Updates installieren.

Aber wann macht ein Antivirus Sinn?

Wenn Sie nun alle Updates immer Brav installiert haben, dann aber dennoch auf eine dubiose Webseite gehen, und sich dort Schadsoftware herunterladen (downloaden), was Sie dann auch ausführen, wenn Sie danach gefragt werden, dann bringen Ihnen die Updates oft auch nichts mehr. Das heisst aber nicht, dass die Updates nutzlos sind. IT-Sicherheit hat viele schichten, und ein Antivirus kann eine solche Schicht sein, die Sie zusammen mit Updates aufrechterhalten müssen.

Updates schützen Sie vor passiven Angriffen (also wo Sie nichts weiter tun müssen, um infiziert zu werden), ein Antivirus schützt vor aktiven Angriffen (also wo Sie etwas Infiziertes herunterladen und ausführen).

Ich will jetzt nicht herablassend klingen, aber meiner Erfahrung nach, je mehr der Nutzer nicht so ganz weiss, was er tut, desto mehr macht ein Antivirus Programm Sinn. Also, z.B. jemand, der nicht technisch versiert ist. Das trifft auf die meisten zu. Das heisst aber nicht, dass alle einen Antivirus benötigen.

Ein Beispiel: Meine Eltern sind nicht technisch versiert, aber ich habe keinen Antivirus auf Ihren Rechnern installiert. Stattdessen habe ich Ihnen beigebracht, wie sie sich vor dem Rechner zu verhalten haben.

Ein Gegenbeispiel: Mein Onkel war mal ein paar Wochen bei uns zu Besuch. Er wusste kaum, wie man einen Rechner bedient, aber wie das bei den meisten so oft ist, war er vom Gegenteil überzeugt. Und schon in der ersten Nacht hat er einen Virus heruntergeladen und den Rechner meines Vaters infiziert. Wäre da nun ein Antivirus gewesen, wäre die Infektion vermutlich vermieden.

Wie das Beispiel zeigt, ist das Problem eben auch, dass vermutlich viele denken, dass sie genau wissen, was sie tun, auch wenn das nicht ganz stimmt. Und dann wird man Opfer von einem Phishing E-Mail oder wird infiziert.

Also, ob ein Antivirus Sinn ergibt, kommt ganz darauf an, wer vor dem Rechner sitzt.

Reicht ein kostenloser Antivirus aus?

Ja. Ein kostenloser Antivirus überprüft Ihre Dateien, E-Mails und Webseiten auf Schadsoftware. Das reicht auch schon aus.

Wenn Sie auf Windows 10 oder 11 sind, ist da sogar schon ein Antivirus vorinstalliert, und Sie müssen nichts weiter tun.

Wenn Sie auf Mac sind, gibt es oft das Argument, dass es dafür keine Schadsoftware gibt. Das stimmt nicht. Jedoch stimmt es, dass es dafür weniger gibt, und dass es schwieriger ist auf Mac infiziert zu werden (solange Sie auch immer Updates installieren), weil Apple viele Sicherheitsmechanismen in das System verbaut hat.

Wenn Sie auf Linux sind, dann sind Sie vermutlich technisch versiert genug, dass Sie so etwas nicht benötigen. Ausserdem gibt es vermutlich kaum Schadsoftware für Linux im Umlauf. Ich glaube das grösste Risiko auf Linux, ist, dass Ihnen jemand sagt, Sie sollen rm -rf ausführen. 😉

Wenn Sie Linux Neuling sind, und Ubuntu (oder Linux Mint) nutzen, empfehle ich Ihnen sofern möglich, alles von den offiziellen Repositorien (Paketquellen) zu installieren. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Eine Warnung vor Antiviren-Software

Aber nicht jede Antivirus-Software ist empfehlenswert. Das beliebte «Avast!» oder das bekannte «AVG» (beides von derselben Firma), finanzieren sich durch Ihre Daten. Das gibt es heute immer mehr. Informieren Sie sich, ob Ihre Antiviren-Software Datensammlerei betreibt.

Zudem versuchen kostenlose Antiviren Anbieter Ihnen oft eine Bezahlversion anzudrehen mit lästigen Benachrichtigungen, meist ist die Taktik Ihnen Angst einzujagen.

Fazit

Für viele ist eine kommerzielle und separate Antivirus-Software heutzutage vermutlich überflüssig, zumal weil Windows 10 und 11 eine bereits mitliefern, und weil Macs viele Sicherheitsmechanismen verbaut haben. Und als Linux Nutzer wissen Sie vermutlich, was Sie tun.

Eine Antivirus-Software kann den Nutzer unter Umständen jedoch vor sich selber schützen, wenn er nun irgendwo was herunterlädt oder versucht einen E-Mail-Anhang zu öffnen, den er nicht öffnen sollte.

Das wichtigste jedoch, ist es immer sofort Updates zu installieren, auch wenn Sie es als nervig empfinden.

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